Wieviel Ehrlichkeit verträgt eine Zusammenarbeit?

 

Wieviel Ehrlichkeit verträgt eine Zusammenarbeit?

„Unbedingt“, sagen wir. Denn das ist die Grundvoraussetzung für Vertrauen.

Doch wie weit darf sie gehen? Und wie weit leben wir sie selbst?

Ich denke hier nicht nur an ein ehrliches Miteinander, sondern auch daran, dass ich dem anderen ehrlich kommunizieren darf, was ich „gesehen“ habe. Was ich für eine Veränderung an ihr oder ihm bemerkt habe.

Ich spreche hier aus der Rolle der damaligen Angestellten und nicht in meiner heutigen als Coachin.

In meiner Erinnerung war ich im „Arbeitsprozess“ immer ehrlich. Und im Team oder in der gleichen Hierarchie-Ebene haben wir durchaus über private Sorgen gesprochen. Nicht aber in der vertikalen, ggü. meinen Vorgesetzten. Meine Chefin oder Chef auf ihre Traurigkeit ansprechen? Oder die Tatsache, dass mir der wachsende Alkoholkonsum aufgefallen ist? Wohl nicht. Angst vor den Folgen.

Ich habe vor Kurzem bei „Steingarts Morning Briefing“ einen interessanten Impuls gehört. Dort wurde die Mental Health First Aid (MHFA) vorgestellt. Hier kann man in Kursen für psychische Gesundheit Wissen über verschiedene psychische Probleme und Krisen erlernen. Als Ersthelfer*in oder Instruktor*in. Und diese Fähigkeit im Unternehmen einsetzen!

Das ist so wichtiger Schritt! Es geht nicht mehr nur darum, reine physische erste Hilfe leisten zu können – sondern auch psychische. Gerade in Unternehmen sollten wir mehr auf unser menschliches Umfeld achten. Und gerade in Home-Office Zeiten, wenn andere daheim leiden. Also auch sinnvolle Informationen für das private soziale Umfeld, da sich die Welten vermischen.

Empathie, Zuhören und Beobachtungsgabe sind für diese Aufgabe wichtige Skills. Es kann Leben retten, seine Kollegin oder seinen Kollegen, auch die Führungskraft ernsthaft zu fragen:

„Wie geht es Dir wirklich?“

Und keine Angst davor zu haben, dass man bei einem unangenehmen Thema die negativen Folgen spüren könnte. Es geht darum, „wie“ man seine Vorgesetzten oder Kolleg*innen darauf anspricht.

Habt ihr schonmal vom MHFA gehört?

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Selbstführung in der Kommunikation