Wer bin ich ohne alles?
Eine der schmerzhaftesten und heilsamsten Fragen für mich überhaupt.
Eine Frage, die ich mir regelmäßig stelle.
Eine Frage, die – nachdem sie vor 2 Wochen beim Zen-Meditationswochenende aufkam – meine Grundlage für die Meditation war.
Ich danke Sabine, so heißt die erfahrene Trainerin für Zen-Meditation und Leadership, für diese Erfahrung.
Für mich als Neueinsteigerin war diese ritualisierte Form der Mediation in asketischer Manier ein neues Erlebnis.
Ich habe bisher auf Retreats täglich eine halbe Stunde meditiert und kürzer, aber regelmäßig auch daheim.
Aber 4mal eine halbe Stunde am Stück wirklich still auf einem Meditationsbänkchen sitzen, war für mich eine neue Erfahrung.
Warum macht man das?
Die Menschen, die Zen-Klöster regelmäßig besuchen, meditieren stundenlang am Stück. Es gibt zwischendurch Sport, Bewegung, Hausarbeit. Sie stehen früh am Morgen auf und beenden die Meditation spät.
Der Körper beginnt zu schmerzen, dass es nicht mehr auszuhalten ist. So wird es beschrieben. Und dann kommt i r g e n d w a n n der magische Moment, wo das Zulassen den Kopf besiegt und nichts mehr weh tut. Einfach nichts mehr. Und die Menschen stärker denn je aus so einer Erfahrung ins Leben zurückkommen.
Ob es diese oder andere Grenzerfahrungen sind, die wir überstehen. Sie zeigen uns, was der Kopf mit uns macht. Sie lassen uns erleben, wie es ist, Dinge zu zulassen.
Und da saß ich nun als Einsteigerin auf meinem Bänkchen. Bereits nach der zweiten halben Stunde meinen Schultergürtel als brennenden Kranz wahrnehmend.
Mit meiner Frage: Wer bin ich ohne alles?
Meine Angst und ich. Mein Schmerz und ich. Mein Loslassen und ich. Meine Freiheit und ich.